Polnisches Essen hat es uns angetan

Wir sind große Polen-Fans und das nicht nur wegen der Landschaft, der Kultur und der Menschen dort, sondern das polnische zünftige Essen lockt uns immer wieder nach Polen. Die polnische Kochkunst ist sehr vielseitig, dass Fleisch in Polen auf dem ersten Platz steht, weiß jeder Polen-Fan. Wir finden, es lohnt sich, das polnische Essen näher kennenzulernen und stellen hier 3 unserer polnischen Lieblingsgerichte näher vor.

Bigos

Bigos ist wohl das bekannteste polnische Gericht neben Pirogen, dessen Namen man kennt, aber weniger dessen Zutaten. Bigos ist ein deftiges Schmorgericht mit Schweinefleisch, Sauerkraut und Pilzen. Je nach Region wird es abgewandelt in der Zubereitung und in Einmachgläser verbannt. Polen, die ihre Verwandten in Deutschland besuchen, haben stets ein paar Gläser vom hausgemachten Bigos mit im Gepäck. Das gehört zum guten Ton wie ein Glas Vodka oder das Bild von Papst Johannis Paul II. an der Wand.

Barszcz

Das ist der polnische Bruder vom Borscht, den man keinesfalls in Polen erwähnen sollte, weil Russen nicht unbedingt (aufgrund der Vergangenheit) besonders beliebt bei unserem östlichen Nachbarn sind. Man könnte diesen schmackhaft gesunden Rote Beete Eintopf auch als Blutsuppe für Vegetarier bezeichnen. Ein Blutbad sollte man beim Essen aber vermeiden, wenn man ein weißes Shirt trägt. Die Flecken gehen schlecht raus.

Und damit man nicht auf den nächsten Polen-Besuch warten muss, gibt es hier das Rezept zum Nachmachen.

Barszcz: Klare Rote-Bete Suppe (Quelle: Kochbar)

Zutaten:
250 g Rindfleisch
50g Speck, durchwachsener
1 Bund Suppengrün
2 Lorbeerblätter
2 TL Salz
700 g Rote Bete, frisch
6 EL Essig (Apfelessig)
1 TL Zucker
1 Knoblauchzehe

Zubereitung

Rinderbrühe: Rindfleisch, Speck und das gewaschene und geputzte Suppengemüse mit Lorbeer, Piment und 1 TL Salz in 1 l Wasser geben, aufkochen lassen und ab-schäumen. Ca. 90 Minuten bei schwacher Hitze kochen lassen. Die Brühe durch ein Sieb gießen und kalt stellen. Das fest gewordene Fett abheben.

Rote Bete Brühe: Die Rote Beten schälen, grob schneiden, in 1,5 l Wasser geben, zum Kochen bringen und 10 Minuten köcheln lassen. Essig und Salz unterrühren und 20 Minuten ziehen lassen. Die Brühe durch ein Sieb gießen.

Beide Brühen miteinander vermischen und mit Zucker, Salz und Essig abschmecken. Nach Geschmack eine Knoblauchzehe schälen, fein hacken und vor dem Servieren in die Brühe rühren.

Krapfen

Polen feiert das ganze Jahr über Fastnacht. Zumindest kann man diesen Eindruck bekommen, wenn man die Warschauer in ihrer Liebe zu Pfannkuchen (Berlinerisch) beziehungsweise Krapfen (Süddeutsch) beobachtet. Diese polnischen Krapfen erhält man in bestimmten Geschäften direkt warm vom Blech mit allen erdenklichen Füllungen – mit Eierlikör, Pudding, Marmeladen oder Nutella. Ein absolutes Muss für jeden Polen-Besucher, insbesondere in Warschau, dem die Kalorien egal sind.

Pierogen

Sie sehen aus wie zusammengeknüllte Taschentücher, die mit einer Butterglasur überzogen sind und schmecken trotzdem hervorragend. Der China-Experte würde sie mit gedämpften Wan Tans verwechseln. Wer Pierogen isst, befindet sich kulinarisch inmitten der Polnischen Küche.

Ein Nationalgericht mit dem Sie jeden Auslandspolen zu innigen Freundschaftsgesten bewegen können. Wird mit allerlei Zutaten gefüllt: Fleisch, Frischkäse, Pilzen und auch Sauerkraut. Die Sauerkraut-Variante heißt nicht etwa “deutsche Pierogen” sondern “Pierogen russischer Art”.

Pierogi z kapustą i grzybami – Maultaschen mit Sauerkraut und Pilze (Quelle: Frag Mutti)

Zutaten:
1 Ei
Etwas Wasser (50-100 ml)
500 g Sauerkraut
1 kleine Zwiebel
150 g getrocknete Steinpilze
Prise Salz

Zubereitung:

Die Steinpilze ein paar Stunden zuvor einweichen. Das Sauerkraut kochen und dann etwas zerschneiden, damit es sich besser vermischen lässt. Die Pilze ebenfalls kochen und in kleine Streifen schneiden. Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter oder Schmalz kurz an-bräunen. Die Zwiebeln nun mit dem Sauerkraut und den Pilzen vermischen und mit etwas Salz abschmecken.

Aus Mehl, Ei und Wasser wird ein geschmeidiger Nudelteig geknetet. Dieser wird dann ausgerollt und mit Hilfe eines Glases (oder etwas anderem, das sich eignet) in Kreisform ausgestochen. Auf jeden der entstandenen Kreise kommt ein Esslöffel Füllung. Die Kreise zusammenklappen (also zu Halbkreisen), falls das irgendwem aus irgendeinem Grund nicht klar sein sollte und an den “offenen” Kanten mit eine Gabel zusammendrücken.

In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, die Pierogi dazu und heraus nehmen, wenn sie an die Oberfläche steigen. Mit geschmolzener Butter oder geschmolzenem Schmalz servieren, wer mag, kann auch Röstzwiebeln drauf streuen.

Falls zum Schluss noch ein paar Pierogi übrig bleiben, schmecken sie am nächsten Tag mit etwas Butter oder Schmalz in der Pfanne angebraten nochmal lecker.

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