Gutgemeinte Warunungen für unsere Australien Rundreise

Prolog: Ein Land für Spinner

Es gibt dort die giftigsten Tiere der Welt, wurde ich vorgewarnt. „Wenn du in‘s Wasser gehst, musst du dich vor dem Jellyfish in Acht nehmen,“ riet mir meine australische Kollegin. „Eine Berührung und du bist tot. Schwimmst du weiter raus, so gibt Haie und an Flussmündungen lauern Krokodile.“

Genauso ist es: Geht man am Strand schwimmen, so kann man beispielsweise zwischen Oktober bis Mai am Great Barrier Reef dem kaum sichtbaren Box Jellyfish in die Arme schwimmen. Dieses glibbrige Etwas aus der Familie der Würfelquallen ist der giftigste Meeresbewohner und versteht keinen Humor. Wer wegschwimmen will, sollte schneller als 6 Meter pro Minute sein. Das ist die Geschwindigkeit, mit der die Qualle im Rudel angreift. Dabei sollte man nicht die falsche Richtung wählen, denn im offenen Meer wartet der weiße Hai.  Während uns Hai-Dokumentarfilme nahebringen sollen, wie harmlos Haie eigentlich sind, sollte man diesem Wort „eigentlich“ eine größere Bedeutung geben. Wie zu Lande Pitbulls (der guckt nur böse, ist aber ganz lieb) sind weiße Haie „eigentlich“ harmlos, wenn sie nicht gerade Surfbretter durchbeißen und danach dem Besitzer einen Arm abbeißen.

Wer den Jellyfish und den weißen Hai meiden und sich am Strand nur sonnen will, kann dabei schwere Verbrennungen davontragen; selbst, wenn es bewölkt ist. Die UV-Einstrahlung ist exorbitant hoch, so dass man am besten im Burkini und mit weißer Crememaske sonnenbadet.

Sehr ermutigend, dachte ich. „Dann bin ich eben nur an Land unterwegs“, entgegnete ich. Aber auch das stoppte nicht ihre  Bedenken. „Hier musst du besonders rund um Sydney auf die kleine schwarze Trichternetzspinne  achten. Ein Biss und das war‘s“, so meine Down Under Kollegin. Natürlich gebe es noch eine Reihe weiterer Kleintiere, die einen in‘s Jenseits befördern können: Schlangen, Skorpione, Spinnen… 

Selbst, wer sich nicht aus dem Auto wagt, ist gefährdet, wenn er oder sie weiter in‘s Landesinnere vorstößt. „Man kann sich schnell im Outback verfahren und die Entfernungen unterschätzen. Dann geht der Sprit aus und und verdurstest, nachdem du das Kühlwasser deines Autos bereits ausgetrunken hast. Passt du beim Abbiegen nicht auf, so kann dich ein Roadtrain (Monster-LKW) erfassen. Die rasen ungeachtet der Geschwindigkeitsbegrenzungen durch das Land.“

Australien ist immer Thema, wenn es um die giftigsten Lebewesen geht und um die größten Gefahren für Touristen. 

All das erzählte ich unserer Tochter, die sich seit zwei Jahren auf Work and Travel in Down Under freute. Nicht, um sie zu demotivieren, sondern, um sie auf eventuelle Gefahren vorzubereiten. Ihr Drang, nach dem Abitur von Berlin möglichst weit weg zu sein, war stärker als die Bedenken meiner australischen Kollegin.  Wir buchten unsere Flüge und Unterkünfte, um unsere Tochter und ihren Freund über Weihnachten 2017 in Australien zu besuchen. Neuseeland buchten wir gleich mit, da es nur ein paar Flugstunden von Sydney entfernt ist. Insgesamt fünf Wochen sollte unsere Reise dauern.

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Der Hund von Sydney

Wer als Vielreisender frotzige Grenzkontrolleure und nervige Warteschlangen gewohnt ist, wird bei der Ankunft in Sydney positiv überrascht. „Welcome to Australia“ begrüßte uns eine eigens dafür angestellte Flughafenmitarbeiterin, als wir nach unserem 24 Stunden-Direkt-Flug (London-Sydney), 5 Filmen und wenig Schlaf in den Ankunftsbereich des Flughafens purzelten. Auch in der überaus schnellen Passkontrolle saßen junge hochmotivierte Mitarbeiterinnen. 

Da Australien neben dem Verbot von jeglichen Lebens- und Arzneimitteln merkwürdige Zollbestimmungen hat, stellten wir uns bei „Einfuhrgüter deklarieren“ an und sagten dem Zollbeamten, dass wir das alles nicht verstehen, doofe Deutsche eben, und sie doch mal selbst nachgucken sollten, ob wir etwas zu deklarieren haben. Man schickte einen Einfuhrkontroll-Hund, der alles aufspürt: Zu viel Alkohol, frisches Obst, Samen, Pillen, Waffen und Pornografie. Das „Frauchen“ winkte uns nach erfolgloser Schnüffelaktion durch. 

Bei Hertz hatten sie Herz und gaben mit ein kostenloses Upgrade von Toyota Corolla auf einen größeren Hyundai. Es war vormittags um 11 Uhr, 28 Grad, sonnig und unser Roadtrip konnte starten. 

Besoffene Aussies

Völlig gejetlagt und gerädert fuhren wir auf der für uns falschen Straßenseite nach Melbourne in’s 300 Kilometer entfernte Dorf Culcairn, wo um 16 Uhr eine Alkoholkontrolle auf uns wartete. Ganz selbstverständlich, als wäre es um diese Uhrzeit naheliegend, hielt mir der Polizist ein oranges Plastikgerät vor die Nase. „Bitte mal pusten.“ Mir wurde bei dieser Atemübung klar: die Australier haben ein Alkoholproblem – das zieht sich durch alle Schichten und betrifft sowohl die Weißen als auch die Eingeborenen. Ihre Getränke beziehen sie dabei aus extra Läden, in denen man nur Alkohol bekommt. Das berühmte „australische“ Foster-Bier habe ich hier nie gesehen. Wahrscheinlich schmeckt das dem Australier nicht, so dass es lediglich exportiert wird (wenn es überhaupt aus Down Under kommt!).

Ganz nüchtern erreichten wir unser Hotel und fielen tot in‘s Bett, um am nächsten Morgen unsere Reise nach Melbourne fortzusetzen.

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Als Zombie nach Melbourne

Wir stiegen in unser Auto und mir fiel siedendheiß das Ozonloch ein. Ich griff nach einer unserer vielen verschiedenen 50er Sonnenschutzmittel und cremte mir ausgiebig das Gesicht und die Arme damit ein. Meine Frau saß immernoch schlaftrunken gejetlagt neben mir, als ich an einem Supermarkt hielt, um etwas zu trinken zu kaufen – die Stimme meiner Kollegin im Kopf: Nur nicht im Hinterland auf halber Strecke im Auto verdursten. Im Supermarkt – auch hier gibt es Aldi – guckten mich die Leute seltsam an. 

Wieder im Auto sah mich im Spiegel ein Alice Cooper-Gesicht an – die kalkweiße Avene Sonnencreme war nicht eingezogen. Auch das Auto war voll von meinen weißen Handabdrücken. Meine Frau konnte sich kaum halten vor lachen, als sie aus ihrem Dämmerschlaf aufwachte. „Du siehst aus wie ein Junkie auf Entzug“, sagte sie. Ich lachte herzlich mit und sah dadurch aus wie Pennywise, der Clown aus „Es“. Gut, dass ich genug Wasser und Taschentücher gekauft hatte, um bei der nächsten Alkoholkontrolle nicht noch einen Drogentest machen zu müssen, dachte ich. Aber meine Maskerade konnte ich erst in unserem nächsten Hotel in Melbourne nach langem Schrubben beenden – es handelte sich um eine wasserfeste, zähe Sonnencreme.

No shopping, no shoes

Melbourne ist wie London – nur ohne Dauerregen und viel wärmer. Die ganze Stadt ist mit zahllosen einstöckigen Gebäuden in die Fläche gebaut und es gibt bunte Viertel wie Fitzroy für Nachtschwärmer und Hippies. Im Stadtzentrum findet man die üblichen Geschäftshochhäuser und die Stadt hat einen weiten Strand. Essen gehen ist teurer als bei uns und es gibt eine Vielzahl kleiner asiatischer und anderer Restaurants. Unser Besuch beim veganen Bio-Vietnamesen endete auf der Toilette. Auf dem Weg von der Toilette zum Hotel haben wir jede Menge kleiner Geschäfte gesehen. Australien ist für Deutsche aber kein Shoppingparadies. Alles ist um die 20-30 Prozent teurer. Souvenirs, die man aus Australien mitbringen kann sind: Fotos von großen Spinnen und Insekten aller Art, Down Under T-Shirts. Souvenirs, die es nicht zu finden gibt: die typischen Australien Boots „RM Williams“.

Das sind stylische Halbstiefel mit einem Stoff-/Gummieinsatz an der Seite. Kauft man sie im Original, so ist man schlappe 360 Euro los. Sucht man dieses Modell preisgünstiger von anderen Marken in Schuhgeschäften oder Kaufhäusern, so kann man sich auf eine erfolglose Odysee durch die wenigen Schuhgeschäfte von Melbourne, Sydney und Umland vorbereiten. Australien ist eben nicht Italien und bei unserer ausgiebigen Schuhsuche waren wir erstaunt, wie wenig Schuhe man in Australien kaufen kann; abgesehen von Sneakers und Doc Martins. 

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Keine Schotterpisten

Autofahren in Australiens Südost-Küstenregion macht Spaß, da hier die Landschaften endlos weitläufig und streckenweise unbesiedelt sind. Mancherorts wird die Geschwindigkeitskontrolle mit Kameras geregelt, die aufzeichnen, wann man an einem bestimmten Autobahnabschnitt vorbeifährt und 300 Kilometer weiter feststellt, dass man „zu schnell“ diese Strecke zurückgelegt hat. Die Polizei hat sich – wie bereits erwähnt – in ihren Kontrollen auf gewinnbringendere Alkoholtests spezialisiert. 

Wer mit dem Mietauto in die Berge zum Wandern unterwegs ist, sollte sich die Route vorher von Einheimischen genau erklären lassen. In vielen Bergregionen sind unbefestigte Straßen, die man laut Geschäftsbedingungen nicht befahren darf bzw. dann selbst für alles haftet. Da die Autos GPS Sender haben, ist es für die Mietwagenbetreiber ein Leichtes, die Schottertour herauszufinden. Aber spätestens, wenn die Ölwanne (klassischer Geröllpisten-Vorfall) beschädigt ist, dann fängt das Problem richtig an und man kann sich beim Vermieter nicht mehr herausreden.

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Verrückte 40 Grad Radler

Noch ärmer dran sind die meist europäischen Fahrradreisenden. Man trifft diese verrückte Spezies auch in Australien, wo es (abgesehen von den Großstädten und manchen Dörfern) keine Radwanderwege gibt. Wir haben einige schwerbepackte Radler auf dem Seitenstreifen der Autobahn strampeln gesehen – bei 40 Grad im Schatten hunderte Kilometer entfernt von der nächsten Siedlung. Natürlich kann man es sich schönreden, dass jeder Kilometer aus eigener Kraft erstrampelt und man näher an der Natur dran ist. Aber ganz ehrlich: Wo bleibt hier der Spaßfaktor?

Panorama gondeln ohne Koala

Den hat man ganz unaufgeregt, wenn man mit einem bequemen Auto durch die Landschaft gondelt. Ein Irgendwas zwischen Savanne, sanften Hügeln, Weiden und großen Gärten mit Bäumen. Es gibt kaum Dörfer an der Autobahn. Dafür gibt es Millionen Schafe. Mancherorts sieht man sogar Dromedare, Lamas, Wildpferde und Kühe. Achso, da waren noch die Kängurus. Die ersten Tage haben wir nur tote Exemplare am Straßenrand entdeckt. Zahlreiche Straßenschilder hingegen warnen vor Kängurus, Wombats und Koalas, als würden diese Tiere den Autofahrern im ganzen Land vom Wald aus zuwinken.

Kängurus entdeckt man in der Dämmerung in weniger befahrenen Gegenden. Wombats sieht man nur von hinten, wenn sie wie vom Blitz getroffen abzischen und Koalas sehen selbst die Einheimischen nur im Wildpark oder im Zoo. Die Schilder müssten demzufolge überfahrene Kängurus, Wombats von hinten und fehlende Koalas abbilden. Aber das kommt schlecht bei den Touristen an und die Hoffnung, einmal im Leben einen freien Koala zu entdecken, stirbt bekanntlich zuletzt.

Tiere gab es dann doch

Ein paar Tierbeobachtungs-Erfolge konnten wir in Lakes Entrance mit schwarzen Schwänen und einer Robbenfamilie verzeichnen, die dort am Strand umhertauchte. An anderen Stellen konnten wir sogar Delfine beobachten, die im flachen Wasser spielten. 

Auch, wenn viele von Australiens endlosen Stränden schwärmen, so konnten wir uns nicht überwinden, ein kaltes Bad zwischen Robben, Würfelquallen und Haien zu nehmen. Und wie manche Einheimische es tun, Neoprenanzüge zum Baden, finden wir absolut unsexy.

Lakes Entrance wurde uns nach drei Tagen zu langweilig und wir disponierten spontan um und steuerten als nächstes Ziel den höchsten (Festland-) Berg Australiens an, um dort in der Kleinstadt Jindabee zu logieren. In Jindabyne begrüßte uns um 8:15 Uhr morgens eine Polizeikontrolle mit Alkoholtestgerät. Dort durfte ich erst einmal reinpusten, bevor es auf den Berg ging. Ich fragte mich, ob die Polizisten betrunken waren, weil sie so früh schon mit dem Test loslegten… 

Bei dem Berg handelt sich um den Mount Kosciuszko, der von einem polnischen Erst-Bergsteiger Pawel Strzelecki nach dem Nationalheld Polens benannt wurde.  Für alpine Bergwanderer ist ein Zweitausendender (2228 Meter), den man auf halber Höhe mit dem Auto befahren kann, wenig beeindruckend. Die Alpen sind viel spannender.

Aber die grauen Riesenkängurus am Bergfuß hatten es uns angetan. Wir waren in der Dämmerung am Fluss unterwegs, als uns eine Familie dieser niedlichen einmeterachtzig großen Riesenviecher begrüßte und wir sie daraufhin zum Fotoshooting einluden. 

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Blue Mountains für lau

Nach diesem Abstecher machten wir uns auf den Weg zu dem Blue Mountains Nationalpark, der etwa 100 Kilometer westlich von Sydney liegt und die berühmte Felsformation „Three Sisters“ beherbergt. Unterwegs holten an einem Busbahnhof in Sydney wir unsere Tochter mitsamt Freund ab, um mit ihnen Weihnachten in einem wunderschönen großen Apartment mit tollem Blick in die Landschaft zu feiern.

Die mit den schönsten Bildern beworbene Unterkunft erwies sich als abgerockte, nach Curry stinkende Wohnhöhle, mit altem Teppich, Blick auf einen Hinterhof und mit sehr einfacher Ausstattung. Meine Frau und ich setzten die finstersten Mienen auf und eskalierten die Sache sofort. „Leider sind wir komplett ausgebucht und können Ihnen nichts anderes anbieten“, entschuldigte sich die Mitarbeiterin an der Rezeption. „Ich spreche aber mit unserem Manager.“

Wir staunten nicht schlecht, als der Manager sein Urteil gesprochen hatte: „Die Unterkunft komplett gratis für die gebuchte Zeit von vier Nächten und dazu vier Frühstücksgutscheine obendrauf.“ Diese Unterkunft buchen wir bei einem nächsten Australien-Aufenthalt wieder, dachte ich mir – dann eben mit Nasenklammer und Schlafbrille auf.

Dafür machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Es dauerregnete über Weihnachten. Das gab ein für die Feiertage ziemlich ungewöhnliches Bild ab: Regen bei 30 Grad und überall im Ort Chinesen. Wir hätten genauso gut in Hainan sein können. 

Jedenfalls konnten wir nichts in diesem schönen Nationalpark unternehmen, sondern mussten unsere Aktivitäten etwa 50 Kilometer weiter landeinwärts ausdehnen. Dort scheinte die Sonne und wir bewunderten das Capertee Valley, angeblich den zweitgrößten Canyon der Welt, und konnten in den Wäldern die Känguruhs fast streicheln. Somit haben uns die Blue Mountains zwar nichts gekostet, aber gesehen haben wir sie auch nicht wirklich.

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Die Aborigini Untersetzer

Die Aboriginis kamen in unserem Gespräch deshalb nicht gut weg, „weil sie sich einfach nicht mit der westlichen Kultur arrangieren wollen und jegliche Förderprogramme zum Scheitern verurteilt sind“, sagte der Schweizer. „Man sollte Ihnen einfach genug Land übereignen und dann ist gut mit den Steuergeldern. Außerdem sind viele der Aborigini-Vertreter Weiße und auch Einwanderer aus der Südsee geben sich gerne als Aboriginis aus.“ Seine Haltung scheint unter der weißen Bevölkerung weit verbreitet zu sein.

Das verdeutlicht, dass es hier gespaltene Meinungen in der Bevölkerung gibt und Rassismus zu den Alltagsproblemen gehört – auch, wenn in den letzten Jahrzehnten viel für die Gleichstellung getan wurde. Leider hatten wir keine Möglichkeit, auch die Aborigini-Seite kennenzulernen, um uns ein abgewogenes Urteil bilden zu können. 

Für Touristen sind Aboriginis im „Alltag“ kaum sichtbar, was die Orte betrifft, an denen wir waren. Vielleicht erwartet man auch den „halbnackten Wilden“ mit Bumerang und breiter Gesichtsbemalung. Aboriginis hinterlassen ihre Spuren in den Souvenirgeschäften und wir kauften uns handbemalte Ureinwohner-Untersetzer für Gläser – braun mit Tribal-Muster versteht sich. Vielleicht hilft so ein Einkauf dem besseren Miteinander beider Fraktionen.

Futtern in Down Under

Vom malerischen Gloucester aus besuchten wir ein paar schöne Nationalparks (Barrington Tops, Mograni), erkletterten ein paar Berge und fuhren zum Strand, um wenigstens einmal (trotz Quallengefahr und kaltem Wasser) Schwimmen zu gehen. Doch hier machte uns das regnerische Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir landeten in einem Fish & Chips Imbiss in Forster, einer kleinen touristischen Küstenstadt. Das Essen schmeckte wie in England: Fettige Pommes und ein frittierter Fisch dazu. Hier bekommt man die Wurzeln der weißen Australier mit.

Damit wären wir beim Thema, was man in Down Under isst. In Punkto Essen liegt man in Australien kulinarisch zwischen Großbritannien (Fish & Chips, Pies), Südostasien (Vietnam-, Thai- und Chinaküche) und den USA (Burger, BBQ und alles, was wie industriell hergestellt aussieht – Käse, Wurst, Brot, etc.). Zum Essen sollte man nicht hierherfahren. Da ist man in Europa viel besser versorgt. Was außerdem befremdet ist das Verhältnis der Australier zu ihren Schafen. Die stehen millionenfach in der Landschaft herum. Was man aber nicht in Australien (oder auch Neuseeland) kaufen kann: Einheimischen Schafskäse. Im Supermarkt bekommt man stattdessen Bulgarischen Schafskäse. Vielleicht kommt hier eines Tages die griechische Küche in Mode und man kann dann dieses riesige Potenzial an unerschlossenen Schafskäse-Ressourcen ausschöpfen. 

Good Bye Sydney

Summa Summarum gehört Australien in die Bucket-Liste der Länder, die man zumindest einmal im Leben besucht haben sollte. Das haben wir getan und auch die Zeit dort genossen. Landschaftlich ist es wunderschön – zumindest dort, wo wir waren: an der Südostküste. Meiner Arbeitskollegin zum Trotz sind wir weder verdurstet, vergiftet worden oder haben einen Roadtrain gerammt. Wenn man wie wir Glück hat, dann überlebt man Down Under.

Zum Auswandern fehlen dort: hervorragendes Essen, Jobs für Akademiker, dauerhafter UV-Schutz. Wir haben dort viele freundliche Menschen kennengelernt – man kommt schnell mit ihnen in’s Gespräch. Für Work & Travel ist es ein relativ harmloses Land. Junge Leute finden sich hier schnell zurecht und können schnell einen Job finden, aber die Unterkünfte sind verhältnismäßig teuer. So berichtete das unsere Tochter.

Die letzte Nacht verbrachten wir dann mit ihr und ihrem Freund in Sydney, einem Sky-Apartment mit Panorama-View über die Stadt. Das war für alle ein Highlight. Sydney ist wirklich schön und hat neben zahlreichen Stränden auch grüne Streifen, auf denen sich lange Radwege schlängeln.

Wir bereiteten uns auf unsere Neuseelandreise vor, während die beiden Heranwachsenden auf dem Weg nach Bali waren (wo im übrigen Regenzeit herrschte). Auch Neuseeland hat merkwürdige Einreisebestimmungen und wir packten unsere Sachen für den Zollhund von Christchurch, bevor wir mit dem guten australischen Wein den Abend eröffneten.

Tipps für Unternehmungen und tolle Unterkünfte findet ihr in unserem Bericht: Australien – Fakten und Highlights unserer Australien Rundreise.

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